Trommler- und Pfeiferkorps
Selfkant-Schalbruch e.V.

Gedanken zur Ausspielung der Selfkant-Wanderplakette 2015 in Hillensberg
Niedergeschrieben von unserem Schriftführer Christoph Deckers.

Die Selfkantplakette findet nach 18 Jahren wieder den Weg nach Schalbruch!



Unter den Eindrücken der letzten Tage die richtigen Worte zu finden gestaltet sich schwierig. Noch heute bereitet der Gedanke an die Worte des Bürgermeisters, dass in dem letzten Umschlag der Name Schalbruch steht, gleichbedeutend mit der Gewinn der Selfkantwanderplakette 2015, mir und vermutlich jedem anderem Mitglied bei uns eine Gänsehaut.
Der Tag startete wie so viele zuvor. Um 10:00 Uhr gemütlich am Frühstückstisch noch ein Toastbrot gegessen mit dem Gedanken
im Hinterkopf, dass mal wieder die Selfkantplakette ansteht. Die Abläufe sind einem mit den vielen Jahren in Fleisch und Blut übergegangen und somit macht sich am Morgen erstmal nur die übliche Routine breit. Rein in die Uniform und ab zum Kindergartenkeller.
Vermutlich zum letzten Mal haben wir uns in dem Raum warmgespielt, der uns so viele schöne wie auch traurige Momente beschert
hat. Innerlich habe ich gehofft, dass wir dieses Kapitel mit einem Podestplatz abschließen können und somit zeitgleich einen guten Start in die neue Ära mit unserem Bürgerhaus starten können.
Das Warmspielen klappte überraschend gut. Beide Stücke liefen uns geschmeidig durch die Finger. Der Podestplatz schien mir nicht unerreichbar zu sein. Aber wenn es jetzt zu glatt läuft, dann könnte beim Bühnenspiel irgendwo der Wurm drin sein. Ein paar Optimisten konnte man nicht erschüttern. Sie waren natürlich überzeugt, dass die Plakette mal wieder nach Schalbruch gehört. Das war dann aber mehr Träumerei, soll ja nicht verboten sein.
Noch ein paar Feinjustierung und schon hieß es wieder einpacken, Autos beladen und rein ins Gefecht. Am Ziel angekommen musste erstmal der HillensBERG erklommen werden. Oben angekommen flogen die Bergsteigerschuhe in die Ecke und dann hieß es einziehen.
Anschließend konnten wir uns mit ein paar kühlen Getränken die Kehlen befeuchten. Zu diesem Zeitpunkt herrschte noch bestes Wetter und beim Begrüßungsbier auf der Bühne merkte ich schon, dass es wieder sehr warm und körperlich anstrengend beim Bühnenspiel werden könnte.
Körperlich anstrengend war dann zunächst der Aufzug. Berg runter, Berg rauf und ein wenig über die noch unfertigen Straßen, die einer Schotterpiste gleich waren. In Kombination mit den warmen Außenbedingungen verschlug es uns nach dem Vorbeimarsch schnell zurück an die Theke. Erstmal den Körper wieder runterkühlen und sich auf das Bühnenspiel fokussieren. Schließlich sollten wir mit Startplatz 5 relativ zügig an der Reihe sein.
Und da war es wieder - dieses Gefühl das sich schwer beschreiben lässt. Bei all der Routine und den viele vielen Teilnahmen mit Hochs und Tiefs kann die Selfkantplakette einen in diesem Moment noch absolut fesseln. Wenn es auf die Bühne geht und man weiß, dass man mit diesen zwei Stücken sich für die monatelange Vorbereitung belohnen oder bestrafen kann.
Wie schon befürchtet stand die Luft auf der Bühne. Die Finger waren schwitzig - schnell nochmal an der Hose abgewischt und dann setze Jan auch schon an. Im Kopf erinnerte ich mich noch an seine letzten Worte nach dem Warmspielen: "Macht Musik, nicht verkrampft und denkt an die Einsätze - die müssen sitzen". Das haben wir auch beherzigt und Karlovy Vary so präsentiert, wie wir es selten in diesem Jahr geschafft haben. Die Hälfte war geschafft, mit der Leistung zufrieden ... so kann es weitergehen.
Inzwischen standen dem einen oder anderen schon die Schweißperlen deutlich im Gesicht. Jetzt hieß es nochmal die Konzentration
oben halten. Und schon gingen Jan´s Finger wieder hoch. Paramaribo Baion lief gut. Von meinem Gefühl her hatten wir ihn schon
besser auf den Punkt gebracht, aber er war alles in allem gelungen.
Endlich runter von der Bühne, Klamotten verstauen, das verdiente Bier danach ansetzen und mal schauen, was die anderen Vereine so auf die Beine stellen in diesem Jahr. Nebenbei noch ein wenig über die gebrachte Leistung fachsimpeln. Der eine oder andere war nicht so ganz zufrieden. Aber in der Summe war man doch überzeugt, dass die Leistung nicht schlechter war als im vergangenen Jahr - mit etwas Glück könnte wieder der 3. Platz dabei rausspringen.
Die anderen Vereine wussten auch zu überzeugen und somit zitterten doch alle wieder, wer den Ansprüchen der Wertungsrichter am besten genügen konnte. Schließlich hat es immer wieder die eine oder andere Überraschung gegeben.
So begann dann auch die Rede des Bürgermeisters, nachdem der Sieger des Festzuges ausgezeichnet worden war, als er zur Verkündung der Platzierungen bei der Selfkantplakette schritt: "In diesen Umschlägen wird es Überraschungen geben". Alle wurden hellhörig und es wurde ruhig auf dem Zelt ...
... der erste Jubel brandete in den Reihen der Hillensberger auf - 3. Platz für den Gastgeber! Da wurde man innerlich langsam nervös und doch schwang noch die Hoffnung mit, dass vielleicht ein kleines bisschen mehr drin war als die vergangenen Jahre. Diese Hoffnung schlug dann in leichte Enttäuschung um, als der Name Wehr viel und der 2. Platz vergeben war. Herzlichen Glückwunsch an Wehr! Im Kopf fing man schon an abzuschalten. Zu gut war die Konkurrenz aus Saeffelen und Höngen, die ebenso wie wir nicht genannt worden waren, die Jahre über gewesen. Ich denke noch an die Worte von Diana: "Na dann können wir das Zelt ja zügig verlassen ...
... bis der Bürgermeister den letzten Umschlag hochhält. "Ich verspreche euch, dass wird eine Überraschung sein. Im Selfkant werden im Moment in drei Orten Bürgerhäuser gebaut ..."
Ab dem Zeitpunkt erinnere ich mich an nichts mehr außer kollektivem Ausnahmezustand. Ich weiß nicht mehr, mit welchen Worten der Bürgermeister die Rede abgeschlossen hat, weil das Wort Bürgerhaus schon ausreichte um zu registrieren (aber kaum zu verarbeiten), dass die Selfkantplakette nach 18 Jahren wieder nach Schalbruch kommt. Obwohl es inzwischen ordentlich regnete schien auf dem Festzelt für uns die Sonne hell zu scheinen und wir waren kaum noch zu bändigen.
Bei mir stauen sich heute noch die Emotionen während ich diese Zeilen verfasse um ein wenig zu verarbeiten, was wir am vergangenen
Sonntag erreicht haben. Wir haben wie viele Vereine im Selfkant mit härter werdenden Zeiten zu kämpfen, teilweise kämpfen die Vereine schon um das nackte Überleben. Dass wir am Sonntag in voller Besetzung, inklusive unserer in Ausbildung befindlicher Kinder, angetreten sind macht mich besonders stolz. Nur dieser Zusammenhalt hat uns diesen Erfolg ermöglicht. Ein Ziel zu erreichen, dass man für unmöglich gehalten hat, lässt sich nur mit einer starken Gemeinschaft realisieren.
Ich denke der Worte sind genug gesprochen. Bilder sprechen mehr als tausend Worte.
Ich möchte abschließend noch unserem Dirigenten Jan Stelten danken, den wir immer mal wieder zum Wahnsinn treiben können (und umgekehrt manchmal auch). Der Verein bedankt sich bei allen die uns gratuliert haben und die uns womöglich noch gratulieren
werden. Die Freude, die uns dabei entgegen gebracht wurde, hat uns einfach nur umgehauen!



 
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